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Die Fahrradkette – Das wichtigste Glied in der Antriebskette

Für interessierte Radfahrer und potentielle Fahrradkäufer dreht sich meistens alles um den Rahmen, die Gabel oder die verbauten Laufräder. Eine Fahrradkomponente wird häufig zu Unrecht vergessen: die Fahrradkette. Ketten für Fahrräder ermöglichen seit mehr als 130 Jahren eine verlässliche Kraftübertragung von der Kurbel ans Hinterrad. Auch heutzutage sind sie nur teilweise ersetzbar und an modernsten Rennrad- und MTB-Schaltungen ein unverzichtbarer Standard. » Weiterlesen
Kategorie: Antrieb
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Die Entwicklung der Fahrradkette

In Sachen Fahrradentwicklung war das 19. Jahrhundert im wahrsten Sinne des Wortes ein bewegtes Zeitalter. Fahrräder entwickelten sich mit Beginn der Industrialisierung mehr und mehr zu einem erschwinglichen und individuellen Verkehrsmittel.
Bei den anfangs noch üblichen Hochrädern wurde die Kraft nicht über eine Kette, sondern direkt über eine Kurbel am gelenkten Vorderrad übertragen. Dies erhöhte u. a. neben der Höhe und den nicht vorhandenen Bremsen die Sturzgefahr noch zusätzlich und machte Radfahren damals zu einer eher halsbrecherischen Angelegenheit. 
Dies sollte sich mit der Entwicklung des Sicherheitsniederrads ändern. Es hatte erstmals zwei gleich große Laufräder, eine nach hinten geneigte Vorderradgabel und einen deutlich hinter die Kurbelwelle verschobenen Sattel. Aber auch die Kraft musste in diesem neuen Konzept erstmals übertragen werden. Aus diesem Grund war die Entwicklung des Sicherheitsniederfahrrad ebenfalls die Geburtsstunde des Kettenantriebs. Die Kraft des Radfahrers wurde wie heute über ein Kettenblatt, ein Ritzel und eine spezielle Kette für Fahrräder übertragen. Der um 1870 entwickelte Fahrradtyp gilt damit als der Prototyp aller modernen Fahrräder.

Die Leistung des Radfahrers wurde aufgrund großer Reibung anfangs noch wenig effektiv übertragen. Findige Ingenieure, wie der Schweizer Hans Renold, nahmen sich diesem Problem an und identifizierten die Fahrradkette als wichtigstes Optimierungsfeld. Mit seiner 1880 zum Patent angemeldeten Rollenkette gilt er als Erfinder der heute üblichen Fahrradkette. Weitere Innovation folgten im 20. Jahrhundert mit speziellen Schaltketten für Kettenschaltungen, das Grundprinzip ist aber bis heute Standard. Aus diesem Grund wollen wir dir den Aufbau einer modernen Kette für Fahrräder im Folgenden näher erläutern.

Der Aufbau moderner Fahrradketten

Jede Kette setzt sich aus vielen Metallgliedern zusammen. Dies gilt auch für Ketten am Fahrrad, die schon früh aus über 100 Gliedern bestanden. Im Detail gibt es aber gravierende Unterschiede zwischen früheren und modernen Ketten. Heutige Ketten müssen stabil sein und mit geringen Reibungsverlusten die Kraft übertragen.
Eine Fahrradkette besteht aus in einer Ebene liegenden Gliedpaaren. Diese Glieder bestehen aus:

  1. bewegliche Außenlaschen
  2. Innenlaschen mit Lagerkragen
  3. Nietbolzen zur Verbindung
  4. bewegliche Hülsen bzw. Rollen, die auf den Bolzen sitzen

Daher auch die Bezeichnung: Rollenketten. Als Material kommt bei allen der 114 bzw. 116 Gliedern heutiger Fahrradketten ausschließlich Stahl zum Einsatz. 
Um Rost keine Chance zu bieten, empfehlen wir mindestens eine Kette mit vernickelten sowie verchromten Außenlaschen. Noch besser ist es eine komplett vernickelte sowie verchromte Variante zu verwenden.
Ganz gleich wie gut die Oberfläche der 114 Ketteglieder beschichtet ist, ohne die richtige Schmierung ist ein dauerhafter Korrosionsschutz nicht zu gewährleisten. Aus diesem Grund sollte deine Fahrradkette immer ausreichend mit Öl, Trockenschmierstoff oder Wachs geschmiert sein – mehr dazu unter: Pfleg deine Fahrradkette!

Nietstift und Kettenschloss

Die Enden wurde lange Zeit mit einem speziellen Kettennietwerkzeug und einem Nietstift verbunden. Diese Variante ist günstig aber auch anfällig für Fehlfunktionen. Wenn du einen Nietstift kaufen möchtest, musst du wissen, ob dein Fahrrad eine 9-, 10-, 11- oder 12-fach Schaltung hat. Von dieser Angabe ist die passende Pinnlänge des Nietbolzens abhängig. Jeder Nietstift ist nur einmal verwendbar.
Anders ist es bei Kettenschlössern, diese können mehrfach eingesetzt werden. Kettenschlösser oder Verschlüsse für Fahrradketten haben je nach Hersteller unterschiedliche Namen. Bei Shimano heißen sie z. B. Quick Link, bei SRAM PowerLink, bei KMC MissingLink oder einfach nur Link bei Wippermann Connex. 

Übrigens: Passende Glieder können ohne Probleme in eine zu weit gekürzte Kette mit einem weiteren Kettenschloss wieder eingesetzt werden.

Worin sich Fahrradketten unterscheiden und wie du grundlegend den Kettentyp an deinem Fahrrad identifizieren kannst, erfährst du als nächstes.

Welche Fahrradkette brauche ich?

Im BIKE24 Shop kannst du eine Vielzahl an Fahrradketten kaufen. Wenn du eine neue Kette speziell für dein Bike suchst, kann es schwer sein die passende zu finden. Eventuell kommen Fragen auf wie: Welche Kette brauche ich für mein MTB? Was bedeutet 9-fach?

Keine Sorge wir helfen dir weiter und sagen dir, was du beim Kauf einer Fahrradkette beachten musst!
Die beste Nachricht zum Anfang: Bei allen Ketten ist der äußere Abstand zwischen zwei Bolzen (auch Teilung genannt) mit 1/2 Zoll gleich. Die Unterschiede liegen in der Innenbreite zwischen den Innenlaschen und der Bolzenaußenbreite (auch Pinnlänge genannt) gemessen an den Außenlaschen.

Spezifische Singlespeed-Ketten für Nabenschaltungen, Rücktrittnaben, BMX und Bahnrad sind mit 1/8 " innen breiter und wie auch Kettenblatt und Ritzel materialstärker. Besitzt du ein Fahrrad mit Nabenschaltung oder entsprechendem Singlespeed-Antrieb wird dies der Haltbarkeit zugutekommen. Es gibt aber auch 3/32 Zoll Fahrradketten für Nabenschaltungen, E-Bike und BMX. Bevor du eine Fahrradkette für deine Nabenschaltung oder deinen Singlespeed-Antrieb kaufst, ist es demzufolge ratsam, die Stärke von Ritzel und Kettenblatt zu kennen. Eine 1/8 Zoll Kette passt zwar auf 3/32 " Zahnräder, hat aber in Querrichtung zu den Zähnen zu viel Spiel. Eine 3/32 Zoll breite Kette passt in keinem Fall auf 1/8 Zoll Kettenblätter und Ritzel.
Diese 3/32 " Ketten besitzen die gleichen Maße wie 6/7/8-fach Schaltketten und umgekehrt. Schaltketten haben aber häufig noch angefaste Außenlaschen für ein bessere Schaltleistung. Weiterhin sind Ketten für E-Bikes und zugelassene Fahrradteile noch verstärkt, um dauerhaft der zusätzlichen Motorkraft standzuhalten. 
Eine Kettenalternative für 1-fach Antriebe mit gerader Kettenlinie bilden Zahnriemen aus Gummi. Die insgesamt preisintensiveren Riemenantriebe bieten noch mehr Haltbarkeit und Laufruhe.

Ab 9-fach beträgt die Innenbreite nur noch 11/128 Zoll und die Außenbreite nimmt weiter ab. Diese Veränderungen sind notwendig, da speziell die höhere Anzahl an Kassettenritzeln hinten eine schmalere und flexiblere Fahrradkette erfordert. Die folgende Tabelle zeigt die abnehmende Breite bei zunehmender Gangzahl.

Gängeanzahl Außenmaß Größe
9-fach 6,7 mm (SRAM PC-951) 1/2 " x 11/128 "
10-fach 5,9 mm (Connex 10SG) 1/2 " x 11/128 "
11-fach 5,65 mm (KMC X11SL) 1/2 " x 11/128 "
12-fach 5,15 mm (Campagnolo Record 12s) 1/2 " x 11/128 "

 

Eine 11-fach ist von einer 12-fach Fahrradkette über die Größenangabe des Herstellers also nicht zu unterscheiden. Aus diesem Grund solltest du vor dem Kauf schauen, wie viele Gänge dein Fahrrad hat.
Im Zweifel empfehlen dir die BIKE24 Schrauberexperten, die Breite mit einem Messschieber zu überprüfen.

Rennrad oder MTB – auch die Frage bei der Kette?

Bei 9-fach und 10-fach Schaltungen kannst du unseren Erfahrungen nach, das gleiche Modell, wenn die Länge stimmt, als Rennrad- und MTB-Kette einsetzen. 
Spezifische Ketten für Rennräder sind meistens durch Hohlbolzen und bearbeitete Laschen leichter, aber auch anfälliger für Schmutz, der wiederum den Verschleiß begünstigt.

Ab 11-fach und besonders bei 12-fach Kettenschaltungen sinken für ein fehlerfreies Schaltverhalten die Toleranzen, da die Abstände zwischen den Ritzeln schmaler werden. 
Aus diesem Grund sollten für ein Bike mit aktueller Rennrad- oder Mountainbike-Schaltung, die von den Herstellern empfohlenen Rennrad- und MTB-Ketten eingesetzt werden. Branchengrößen wie Shimano, SRAM und Campagnolo empfehlen für ein ideales Schaltverhalten bei optimaler Kraftübertragung bestimmte Kassetten-, Ketten- und Kettenblattkombination zu verwenden.

Die bei BIKE24 angebotenen Ketten sind entsprechend ihres Einsatzbereiches grundlegend als MTB-Ketten und Fahrradkettne für Rennräder gekennzeichnet.
Die meisten der angebotenen Ketten haben aufgrund ihrer äußeren Chromschicht ein silbernes Finish. Es gibt aber auch Exoten wie schwarze Fahrradketten bspw. mit roten Nietbolzen oder goldfarbene Ketten mit Titan-Nitrit-Beschichtung. Mit diesen Hinguckern sind deinem Antriebsbereich bei richtiger Pflege viele Blicke gewiss.

Die richtige Kettenlänge – Wie viele Glieder sind nötig?

Die Frage, ob man eine Kette mit 112, 114 oder 116 Gliedern bestellen soll, ist abhängig von der Kettenstrebenlänge bzw. Rahmengröße, Rahmenart Fully oder Hardtail und der Zähnezahl der zu umschließenden Kettenblätter. Am einfachsten ist es, einfach die Anzahl der Glieder deiner alten Kette zu zählen. Ist die alte Fahrradkette schon fachgerecht entsorgt oder war zu lang, gibt es mehrere Möglichkeiten die optimale Kettenlänge zu finden.

Die optimale Fahrradkettenlänge lässt sich aber auch über eine Formel berechnen:

Kettenlänge (KL) = 0,157 x a + 1/2 Z1 + 1/2 Z2 + 2 

a = Kettenstrebenlänge in mm (Mitte der Tretlagerachse bis Mitte der Hinterradachse)
Z1 = Zähnezahl größtes Kettenblatt (vorne)
Z2 = Zähnezahl größtes Ritzel (der Kassette hinten)

Das Ergebnis ist immer auf eine gerade Zahl aufzurunden. Erhältst du z. B. das Ergebnis 113 wählst du 114 Glieder und bei 115 entsprechend 116 Glieder.
Besonders lange Ketten mit 116 Gliedern sind auch für die Syncronketten bei Tandems nützlich. Die Kette zur gleichzeitigen Übertragung der Kraft von Vordermann (Pilot o. Lenker) und Hintermann (Stoker) besteht meistens aus zwei zusammengesetzten Ketten.

Neben der rechnerischen Methode gibt es auch noch praktische Varianten
Wir wollen dir die aktuelle SRAM-Methode kurz vorstellen.
Die neue Kette wird entsprechend ihrer Laufrichtung über das größte Ritzel und Kettenblatt gelegt. Das Schaltwerk wird dabei nicht einbezogen. Jetzt wird das linke über das rechte Ende leicht gespannt gelegt. Deine Fahrradkette muss jetzt am rechten Ende nach der Überlappung des dritten Nietbolzens des linken Endes gekürzt werden. Anschließend solltest du zwei Innenglieder an den Enden haben. 

Pfleg deine Fahrradkette!

Spätestens wenn es aus Richtung deines Antriebs laut knirscht und quietscht, ist deine Kette zu wenig geschmiert und läuft trocken. Dies sorgt unweigerlich für eine schnellere Abnutzung der Kettenblätter, Kassette und auch der Fahrradkette. Nun solltest du keine Zeit verlieren und kannst deine Fahrradkette entweder ölen oder mit speziellen Wachsen oder Trockenschmierstoffen behandeln. Bei der Wahl des einen, wahren Schmierstoffs haben viele Radfahrer ihre ganz eigene Philosophie. Die Vor- und Nachteile wollen wir an einer anderen Stelle genauer beschreiben.

Die Mehrheit der erhältlichen Fahrradketten wird ab Werk maschinell mit Öl geschmiert. Aus diesem Grund wollen wir hier das Vorgehen beschreiben, um die Fahrradkette zu ölen. Das Öl kann ohne weitere Vorbehandlung direkt aufgetragen werden. Öl für Fahrradketten hat außerdem den Vorteil, dass es überall leicht verfügbar ist und die Öle verschiedener Hersteller untereinander gemischt werden können.

Bevor du das wichtige Band der Kraftübertragung aber mit sauberem Schmierstoff behandelst, sollte der gesamte Kettenantrieb gereinigt werden.
Beim Lösen von grober Schmierschlacke hilft ein dünner Schraubenzieher. Anschließend kannst du mit einem Lappen, der mit dünnflüssigem Reinigungsöl getränkt wurde, beginnen die Kassette, Kette und Ritzel abzureiben. Umschließe mit dem Lappen die Kette deines Fahrrads und fang an rückwärts zu kurbeln. Je nach Verschmutzungsgrad musst du diese Arbeit eventuell mehrmals wiederholen, bis die Kette wieder richtig glänzt.
Etwas einfach geht dieser Vorgang mit 
Komfortabler und schmutzfreier geht der ganze Prozess mit einem speziellen Kettenreinigungsgerät. Dieses Zubehör lässt sich öffnen und an der Kette montieren. Gefüllt mit Kettenreiniger, der wiederum interne Bürsten tränkt, zaubert dieses Gerät deiner Kette schnell wieder ein Glänzen auf die Glieder.

Jetzt gehts ans eigentliche Ölen der Fahrradkette. Um die Fahrradkette richtig zu ölen, beginnst du das Öl gezielt zwischen den Überlappungsstellen der Laschen und auf die Röllchen auftragen. 

Bei der Menge an Öl empfehlen wir der Umwelt zuliebe: So viel wie nötig und so wenig wie möglich!

Ist der dir zugewandte Kettenteil ausreichend geölt, kannst du die Kette mit der Kurbel weiterdrehen und die restlichen Glieder ölen.
Damit das Öl tief in die Kette hineinkriechen kann, muss es eine gewisse Zeit, am besten über Nacht einwirken. Vor der nächsten Fahrt nimmst du einen sauberen Lappen und ziehst, die äußeren Laschen umschließend, die Kette noch einmal durch.

Die Kette am Fahrrad wechseln – Kein Problem

Trotz intensiver Pflege ist jeder Fahrradantrieb irgendwann verschlissen und die Kette gelängt. Dies kannst du mit einer Kettenlehre oder, wenn du etwas versierter bist, mit einem Messschieber ganz einfach überprüfen. Andere eindeutige Indizien, dass dein Antrieb getauscht werden muss, sind ein stark verschlechtertes Schaltverhalten und ein Überspringen der Kette.

Sowohl um die Fahrradkette zu öffnen als auch für die Montage brauchst du mindestens einen Fahrradketten-Nieter, eine Kombi-Zange und ggf. zum Öffnen eine Kettenschlosszange. Sind der meistens auch abgenutzte Ritzelblock und eventuell auch die alten Kettenblätter getauscht, musst du noch die Fahrradkette wechseln. Die beinhaltet die Montage bzw. das Kürzen und Schließen der neuen Kette.
Wie du die optimale Kettenlänge findest, kannst du unter: Die richtige Kettenlänge – Wie viele Glieder sind nötig? nachlesen.
Hast du die Kette richtig abgelängt, fädelst du das linke Ende der Kette noch durch das Schaltwerk – über das obere Schaltröllchen, von hinten um das unter Schaltröllchen – bevor du sie z. B. mit einem in Laufrichtung montiertem Kettenschloss schließt. Zum Schließen kurbelst du, bis sich es sich oberhalb der Kettestrebe befindet, hältst das Hinterrad fest und drückst entgegengesetzt an der Kurbel. Mit einem merklichen Knackgeräusch meldet dein Antrieb nun Bereitschaft für viele weitere Kilometer.

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